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Irene Schönmann
°F Inside

Neue Impulse aus dem KRAFTRAUM MITTELSTAND – Episode 7

Klarer Kurs statt treibender Korken: Wie ein Mittelständler durch neue Wege des Marketings navigiert

Wenn 71% der mittelständischen Unternehmen Marketing ohne dokumentierte Strategie betreiben, wird es Zeit für Veränderung. Daniel Schaaf zeigt bei der Helot GmbH, wie der Wandel vom reaktiven zum strategischen Marketing gelingt.

Maßnahmen laufen spontan statt geplant. Marketing wird als Kostenstelle gesehen, nicht als Wachstumshebel. Das ist die Realität in vielen deutschen mittelständischen Unternehmen. Doch es geht auch anders – das beweist Daniel Schaaf bei der Helot GmbH eindrucksvoll.

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Der Ausgangspunkt: Wenn Tradition auf Realität trifft


Als Daniel Schaaf 2021 als Vertriebsleiter bei der Helot GmbH einstieg, fand er ein typisches mittelständisches Szenario vor: Ein Familienunternehmen in dritter Generation, das seit Ende der 40er Jahre erfolgreich am Markt agiert – aber hauptsächlich von langgewachsenen Kundenbeziehungen und einem guten Ruf lebt.
Die Herausforderung war klar: Wie baut man systematisches Marketing und Vertrieb in einem Unternehmen auf, das bisher dachte, es brauche das nicht? Die Helot GmbH bewegte sich in besonders volatilen Märkten – Eventbranche, Messebranche, Winterbau – und war damit äußeren Schwankungen stark ausgesetzt.

Vom treibenden Korken zum strategischen Navigator


Der Schlüssel zum Erfolg lag in der systematischen Herangehensweise.

Nach drei Monaten ging Schaaf bereits in die erste Analyse und Standortbestimmung. Seine Erkenntnis: "Du hast langfristig ein unfassbar hohes Sicherheitsproblem, wenn du nicht aus diesem Reagieren rauskommst."

Die Strategie-Entwicklung erfolgte in klaren Schritten:

- Ehrliche Analyse der aktuellen Schwachstellen und Pain Points

- Definition der Marktposition und Zukunftsvision

- Aufbau einer schlüssigen Gesamtstruktur

- Integration von Marketing und Vertrieb als Einheit

„Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn du in der Telefonakquise oder im Kundentermin bist und dann nach dem Gespräch geht dieser Kunde auf deine Website und denkt sich: Ist das jetzt die falsche Webadresse?“

Daniel Schaaf

Die drei Säulen des Marketing-Wandels bei Helot


1. Konsistenz in der Kommunikation schaffen

Der erste kritische Baustein war die Vereinheitlichung aller Kommunikationskanäle. Wenn Vertriebsmitarbeiter das Unternehmen präsentieren und Kunden anschließend auf einer Website landen, die nicht widerspiegelt, was sie gehört haben, ist das Marketing gescheitert. Schaaf entwickelte eine schlüssige Gesamtstruktur und gestaltete die Website als strategisches Verkaufsinstrument mit klarer USP. So wurde sie vom Störfaktor zum verlängerten Arm des Vertriebs.

2. Neue Kanäle als Recruiting- und Kulturinstrument

Ein überraschender Erfolgsfaktor waren moderne Social-Media-Kanäle wie TikTok und Instagram. Schaaf erkannte deren Potenzial, als zwei neue Mitarbeiter erklärten, warum sie sich für Helot entschieden hatten: "Ich hatte ein Angebot von der Firma und ich hatte ein Angebot von euch und ich habe dann auf TikTok geguckt. Die Kultur fand ich cool und bin ich zur Helot GmbH." Diese Kanäle wurden nicht nur zu Recruiting-Instrumenten, sondern spiegeln auch die Unternehmenskultur authentisch wider.

3. Vision als strategischen Kompass etablieren

Schaaf setzt bewusst auf die Kraft einer klaren Zukunftsvision. Sie funktioniert wie ein Leuchtturm – ein fester Orientierungspunkt für alle Entscheidungen. Besonders in schwierigen Phasen bietet die Vision Halt und Richtung. Sauber formuliert und als 100-prozentig richtig definiert, wird sie zum unverrückbaren Kompass.

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Die Transformation in Zahlen und Fakten


- Von rudimentärem zu strategischem Marketing in unter 5 Jahren

- Aufbau eines eigenen Marketing-Teams mit zwei Mitarbeitenden

- Systematische Prozesse statt spontaner Maßnahmen

- Integration von Marketing und Vertrieb als Wachstumstreiber

Ein wichtiges Learning dabei:

„In der Rückwärtsbetrachtung gibt es mit Sicherheit Wochen oder Monate, die man sich hätte sparen können, indem man einfach eine Entscheidung trifft. Teilweise überdenkst du Dinge über Wochen und merkst dann: Komm, hast du vor drei Wochen schon genauso im Bauch gehabt.“

Fazit: Mut zur Marketing-Revolution


Daniel Schaafs Erfahrung bei der Helot GmbH beweist: Auch traditionelle Mittelständler können den Sprung zu strategischem Marketing schaffen. Es braucht Mut, Geduld und die Bereitschaft, eingefahrene Strukturen zu hinterfragen.

Die Botschaft ist klar: Wer heute noch wie ein treibender Korken reagiert, riskiert morgen die Marktposition. Marketing ist kein Kostenfaktor, sondern der entscheidende Navigationskurs für zukunftsstarke Unternehmen.

Mehr Impulse aus dem Kraftraum Mittelstand? Hören Sie die vollständige Episode mit Daniel Schaaf und erfahren Sie, wie die Helot GmbH den Wandel konkret umgesetzt hat.

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